Skip to content

Digitale Krankenakte

Zeit, Platz, Personalkosten und Geld – im medizinischen Sektor spielen diese Faktoren eine nicht unwesentliche Rolle. Allein die Archivierung und Aufbereitung von Patientendaten, Befunden und Berichten zerrt an diesen Faktoren in hohem Maße. Eine effektivere Aufbereitung soll in Zukunft mehr gefördert und optimiert werden: Unter anderem durch die Einführung der digitalen Krankenakte. Im Zeitalter der multimedialen, elektronischen Datenaufbereitung ist es nur eine Frage der Zeit, bis dieses Phänomen in sämtlichen medizinischen Sektoren Fuß fassen wird.

Möglichst papierarm und effizient die Daten aufbereiten – die digitale Krankenakte macht es möglich. Was heißt das aber genau für die Praxis? Röntgenbilder werden beispielsweise digitalisiert und nicht mehr ausgedruckt und aufwendig in Archiven aufbewahrt. Die Befunde und Diagnosen der Patienten werden von überall abrufbar. Das spart nicht nur Papier, sondern auch Zeit. Bei einem Krankenhausaufenthalt muss man nicht mehr auf einem Blatt ankreuzen, was man gerne speisen möchte – alles funktioniert digital.

Sogar die Spracherkennung funktioniert über den Chip. In vereinzelten Krankenhäusern Deutschlands ist diese Technik schon Realität. Befunde sind schneller abrufbar und liegen auch schneller anderen Ärzten vor. Das führt zu einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung. Die Vorstellung, der Arzt unternimmt die Visite in Zukunft mit dem Laptop, könnte also bald keine Zukunftsvision von 2080 sein, sondern bereits in den nächsten Jahren routiniert werden.

Allgemein gilt, dass Krankenakten mindestens dreißig Jahre aufbewahrt werden müssen. Für Röntgenbilder gilt eine Zeitspanne von 20 Jahren. Von rechtlicher Seite aus spricht gegen eine Digitalisierung dieser Daten nichts, denn die Form der Speicherung ist vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben.

Sehr problematisch könnte sich jedoch ein Datenverlust der digitalen Krankenakte darstellen. Aus diesem Grund muss neben einer vernünftigen Datenhaltung auch ein stabiles Sicherungs- und Wiederherstellungskonzept entwickelt werden. Ist dies nicht der Fall, kommen im Zweifelsfall auf die Anwender große Kosten für die Datenrettung von externen Datenträgern zu.

Die personalisierte, elektronische Gesundheitsakte bringt es mit sich, dass sich der Patient aufgeklärter, besser informiert fühlt und selbstständiger handeln kann. Denn die Sammlung der medizinischen Daten ist von zu Hause aus und zu jeder Zeit abrufbar. Nicht verstandene Begriffe können dann gegebenenfalls im Internet gleich  nachgeschlagen werden. Die Interaktion zwischen Fachärzten kann beschleunigt werden, viele langwierige Prozesse werden daher unnötig und hinfällig. Auch die Krankenkassen profitieren davon, denn sie können sich schnell einen Überblick zur Krankenversicherung ihrer einzelnen mandanten verschaffen und es müssen nicht erst viele Akten gewälzt werden. Man darf gespannt sein, wie die Nutzerakzeptanz der Krankenhäuser und Ärzten sich in Zukunft gestalten wird.

Comments are closed.